Vulvatierchen

Original

Link zum Origianlfund 00663 auf Kunera.nl

Im Rahmen der Geschlechtergleichstellung muss dann natürlich auch ein Vulvatierchen her. Unsere Version (Kunera K00663) basiert auf einem Fund der um 1375-1425 datiert ist. Das Abzeichen ist 33 mm x 19 mm groß und liegt in der Sammlung der Familie van Beuningen in Langbroek. Es zeigt eine Vulva mit Beinen und Trippen an den Füßen. Zudem trägt sie in der rechten Hand einen Rosenkranz, in der Linken einen phallusgekrönten Pilgerstab. Die Pilgermütze ist mit einer Perlschnurornamentik versehen. An diese Fund ist gut zu erkennen, was bei vielen Tragezeichen mit Geschlechtsteilen zu sehen ist: Ist der Phallus allein auf dem Tragezechen, so ist er aktiv. Sobald der Phallus gemeinsam mit Frauen oder Vulven dargestellt ist, wird er passiv dargestellt. So auch hier, die Vulva ist offensichtlich der aktive Part. Sie ist bewegungsfähig (Beine und Trippen) und auf Reisen (Pilgerattribute), während der Phallus nur passiv als Dekoration des Pilgerstabes dient. Die Vulva ist umrahmt von Schambehaarung und man kann eines der Gussfragmente im oberen Bereich unter der Hutkrempe sogar als Klitoris interpretieren. Der Ersteller der Gussform kannte sich scheinbar aus.

Die Farbe im Bild des Originalfundes rührt aus dem Guss her. Kühlt Zinn oder eine Blei-Zinn-Legierung langsam aus, so kann sich eine gelblich-goldene Farbe einstellen.


Replik

Pilgervulva Replik

Die Replik wurde erstellt, weil wir einfach nicht wollen, dass es nur Phallustiere gibt. Auf Märkten sind fast nur die maskulinen Tragezeichen zu sehen, dem wollen wir entgegenwirken. Außerdem zeigt das Tragezeichen wie oben schon erwähnt eine wichtige Facette der "erotischen" Tragezeichen, nämlich dass die Geschlechterrollen nicht ganz so eindeutig im Spätmittelalter vergeben gewesen sein könnten, wie man landläufig annimmt.

Wer Interesse am Thema "oszöne badges" hat, dem empfehlen wir die Lektüre unter Dazulernen 5

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